Es war wie ein kleines Märchen, von dem jedes Mädchen der Kunstturnmannschaft geträumt hat: der Aufstieg in die Deutsche Turnliga. Und dieser Traum sollte am vergangenen Sonntag in Bergisch Gladbach zur Wirklichkeit werden..
Lisa Holzer (17), Veronika Heller (16), Clara Epp (15) und Giuliana Arnold (14) zeigten schon Mitte diesen Jahres in den beiden Landesligawettkämpfen, zu was sie in der Lage sind: Zusammen mit ihren Teamkolleginnen Hannah Geiger (24) und Laura Dick (16) vom TV Kempten 1856 belegten sie im Juni und Juli schon zweimal Rang zwei und gewannen das anschließende Ligafinale im Oktober. Diese Erfolge qualifizierten die Mädchen offiziell für den DTL-Aufstiegswettkampf am vergangenen Wochenende in Bergisch Gladbach.
Neben der Mannschaft des TSV Marktoberdorf/TV Kempten 1856 nahmen noch sieben weitere Vereine aus ganz Deutschland teil, und diese Konkurrenz war überraschend stark. Schon beim Einturnen war klar, dass der Aufstieg nur gelingen konnte, wenn jedes der Mädchen ohne große Fehler turnte.
Clara Epp eröffnete den Wettkampf am Boden, zeigte nahezu alle Anforderungen mit Schraubensaltos, schwierigen Sprüngen und Drehungen und erturnte eine erste gute Wertung für die Mannschaft. Ebenso fehlerfrei absolvierten Giuliana Arnold, Veronika Heller, Hannah Geiger und Laura Dick ihre Kürübungen, das erste Gerät war geschafft.
Auch am zweiten Gerät, dem Sprungtisch, zeigten die Mädchen schwierigste Sprünge ohne größere Fehler: Hannah Geiger turnte einen Handstützüberschlag mit zwei Schrauben, alle anderen Mädchen begeisterten mit gehockten und gebückten Tsukaharas.
Am Stufenbarren wurde die Euphorie zunächst einmal etwas gebremst: an ihrem bekanntlich schwächsten Gerät musste Laura Dick einen Sturz hinnehmen, und auch Veronika Heller konnte ein Element nicht wie gewünscht zu Ende turnen. Dafür zeigten Hannah Geiger, Giuliana Arnold und Lisa Holzer, die aufgrund eines Wirbelbruchs nur am Stufenbarren einsatzfähig war, wie gewohnt gute Übungen.
Nach diesem kleinen Dämpfer mussten sich die Mädchen zuletzt noch für das Zittergerät, den Schwebebalken, motivieren. Hoch konzentriert zeigten die Mädchen vier von fünf Übungen ohne Stürze. Die höchste Wertung erhielt Veronika Heller (10,80 Punkte), die mit ihrer elegant und sicher vorgetragenen Übung beeindruckte. Riesen Freude war auch bei Giuliana Arnold zu erkennen: Die Jüngste des Teams zeigte zum ersten Mal und als Einzige einen Salto auf dem Schwebebalken, den die Realschülerin sicher stand. Mit 10,35 Punkten erhielt sie die zweithöchste Wertung an diesem Gerät.
Wie gebannt starrten die Mädchen und Betreuer der Mannschaft auf die Anzeigentafel. Eins war klar: eine einzige Wertung konnte jetzt über den Aufstieg entscheiden. Als der Wettkampf beendet und die Wertungen vollständig eingegeben waren, brach riesen Freude aus: Rang drei für die Mannschaft des TSV Marktoberdorf/TV Kempten 1856. Mit knapp einem Punkt Vorsprung auf den vierten Platz sicherten sich die Mädchen den letzten Aufstiegsplatz in die Regionalliga des Deutschen Turnverbands.
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